Konzept

Internationale Konferenz
"Don't think it's only entertainment" -
MINT und Chancengleichheit in fiktionalen Fernsehformaten



Ziele

Die Internationale MINTiFF-Konferenz hat zum Ziel,

  • zentrale Forschungsergebnisse zum Thema MINT und Chancengleichheit im Fiction-Format einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren,
  • erfolgreiche internationale Programmbeispiele für MINT- und Chancengleichheit in fiktionalen Formaten aufzuzeigen und mit den Filmschaffenden zu diskutieren,
  • in anderen Ländern und durch die MINTiFF-Initiative entwickelte Maßnahmen zur Förderung von MINT-Entertainment-Education-Qualität vorzustellen,
  • der Frage nachzugehen, inwieweit (MINT-) Entertainment-Education-Strategien dem Kultur- und Bildungsauftrag des Fernsehens entsprechen und die Chance bieten, den öffentlichen Mehrwert von Fiktion zu unterstreichen
  • aufzuzeigen, welche Maßnahmen aus Sicht der Programmpraxis erforderlich sind, um die Prioritäten in der Programmpraxis an gesellschaftlichen Bildungsbedarfen auszurichten und jugendliche Zielgruppen zu erreichen
  • aufzuzeigen, welche Herausforderungen und Aufgaben sich daraus für die Wissenschaftsorganisationen, für die Ausbildung und für die Förderpolitik ergeben

Zielgruppe

Die Konferenz bietet Vertreter/-innen der Film- und Fernsehbranche sowie MINT- und Chancengleichheitsexperten/-innen Möglichkeiten zum Dialog und zur Diskussion mit Stakeholdern aus Politik, Bildung und Industrie.

Erwartet werden ca. 200-250 Teilnehmer/-innen

Eingeladen werden

  • MINT-, Chancengleichheitsexperten/-innen
  • Bildungs-, Medienexperten/-innen und Wissenschaftskommunikatoren/-innen
  • Programmverantwortliche Vertreter/-innen aus den Entscheidungsgremien und Redaktionen öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehsender in Deutschland
  • Drehbuchautoren/-innen, Produzenten/-innen, Redakteure/-innen
  • Vertreter/-innen der Film- und Fernsehausbildung, der Film- und Fernsehförderung und der Medienaufsicht
  • Vertreter/-innen aus der Forschungs-, Bildungs- und Medien- und Gleichstellungspolitik und aus der Industrie
  • Studenten/-innen aus den o.g. Wissenschafts-, Film- und Fernsehbereichen



Tag 1: 06.09. 2010 (14:00 Uhr bis 18:15, Dinner)

„Bildungs- und Sozialisationswirksamkeit von TV-Spielfilmen und -serien“

Nach der Eröffnung durch Frau Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wird im ersten Veranstaltungsteil ein Überblick über Hinter-gründe, Ziele und bisherige Ergebnisse der Initiative „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technologie und Chancengleichheit in fiktionalen Formaten (MINTiFF) gegeben.
Im Zentrum stehen Forschungsergebnisse zu unbeabsichtigten Nebenwirkungen der aktuell in Spielfilmen und Serien inszenierten Berufs- und Geschlechterrollen auf die Berufsorientierun-gen Jugendlicher. Aufgezeigt wird, dass der Mangel an realen und medialen weiblichen Berufsrollenmodellen in Deutschland eine wesentliche Hürde für junge Frauen für den Zugang zu zukunftsträchtigen MINT-Berufen darstellt.


MINT und Chancengleichheit – erfrischender Stoff für fiktionale Fernsehformate

Dass MINT-Welten Stoff für spannende fiktionale Formate bieten und das Interesse Jugendlicher an Themen und Berufen wecken können, wird im Anschluss durch zwei auch hierzulande außerordentlich erfolgreiche amerikanische Serien-Beispiele aufgezeigt. Wie „Fiction“ durch eine starke Betonung von „Science“ und von starken Frauenfiguren nachhaltig bereichert werden, und was die entscheidenden Faktoren für den Erfolg sind, wird aus Sicht der Erfinder und Macher/-innen der Serienformate „CSI“ und „Grey's Anatomy“ vorgestellt und diskutiert. Hier gilt es insbesondere der Frage nachzugehen, inwiefern die Produktionsbedingungen, die starke Autonomie der Kreativen, das Writer/Producer-Modell und auch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Autoren/-innen und Wissenschaftler/-innen ausschlag-gebend für Qualität und Erfolg dieser Formate sind.


„MINT – (k)ein Thema für deutsche Spielfilme und Serien“

Den Gestaltungsspielräumen für mehr MINT und Chancengleichheit in deutschen Fiction-Formaten widmet sich der anschließende Veranstaltungsblock. In die Diskussion mit erfahre-nen Filmschaffenden und Filmkritiker/-innen führt eine kurze Ergebnis-Präsentation der im MINTiFF-Projekt durchgeführten Befragung von programmverantwortlichen Redaktionsleiter/-innen deutscher Sender, von Produzenten/-innen und von Autoren/-innen ein. Die anschließende Diskussion geht der Frage nach, welche Gründe dafür ausschlaggebend sind, dass die deutsche MINT-Kultur – trotz ihrer gesellschaftlichen Relevanz – bisher wenig Eingang in die fiktionale Erzählkultur gefunden hat und es hierzulande eher amerikanische Serienformate wie „CSI“„Grey's Anatomy" oder auch „Dr. House“ überlassen bleibt, die Welt von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technologie und Frauen in geschlechtsuntypischen MINT-Berufen in Szene zu setzen – und das jugendliche Publikum in den Bann zu ziehen. Inwieweit die im Vergleich zu den USA unterschiedlichen Produktionsbedingungen in Deutschland dazu beitragen, dass amerikanische Serien in Deutschland zu den Quotenrennern zählen, während deutsche Serien-Neuproduktionen in der jugendlichen Publikumsgunst oft erfolglos bleiben, wird ebenso diskutiert wie die Frage, wo Ansatzpunkte für Verbesserungen gesehen werden.



Tag 2: 07.09.2010 (9:30 Uhr bis 19:00 Uhr, Empfang)

MINT-Entertainment-Education-Excellence

Den vormittäglichen Schwerpunkt des zweiten Tages bildet das Thema „Soaps, Telenove-las und Serien – Impulsgeber gesellschaftlichen Wandels“. Wie in anderen Ländern das große Publikuminteresse an Soaps genutzt wird, um Impulse für prosozialen Wandel zu ge-ben, zeigen Beispiele aus Mexiko und England.

Ein Expertinnenreferat zur Frage, wie junge Mädchen in Deutschland Daily-Soaps verarbeiten, leitet über zu einer Diskussionsrunde.

Autoren/-innen, Redakteure/-innen, Produzenten/-innen und Programmverantwortliche von Serien, Daily- und Weekly-Soaps diskutieren die Produktion dieser Formate im Spannungs-feld zwischen Verantwortung, Eskapismus und Produktionszwängen. Ziel ist hier, diese be-sonders jugendaffinen Programme im deutschen Fernsehen in den Fokus zu nehmen und der Frage nachzugehen, ob und wie gesellschaftlich relevante Themen gerade in diesen Fernsehformaten aufgegriffen werden (können), wie verantwortungsvoll mit unbeabsichtigten Nebenwirkungen umgegangen wird und auf welche Weise bewusst Bildungsziele verfolgt werden können.

Der Nachmittag des 2. Tages steht unter dem Motto „Auf dem Weg zu MINT-Entertainment-Education-Excellence – Vorbildliche Praktiken. Vorgestellt werden vorbildliche Praktiken zur Förderung der Entertainment-Education-Qualität, die in den USA und Großbri-tannien von führenden Universitäten, Wissenschaftsorganisationen und Stiftungen entwickelt wurden. Im Anschluss an die Darstellung dieser „best practices“ zur Förderung der MINT-Entertainment-Education-Qualität sollen die von MINTiFF initiierten Ansätze und Maßnah-men sowie erste Umsetzungserfahrungen präsentiert werden. Im Anschluss wird die exklusive Möglichkeit bestehen, mit dem WDR-Tatort „Auskreuzung“ die erste Fernsehproduktion zu zeigen, die im Rahmen des ersten MINTiFF-Ideenwettbewerbs entstanden ist.



Tag 3: 08.09.2010 (9:00 Uhr bis 14:30 Uhr)

Qualität und Public Value – Will EE be a key?

Auch in den Unterhaltungsprogrammen bewusst Bildungsziele zu verfolgen und die Qualität von Filmen und Fernsehserien am verantwortungsbewussten Umgang mit unbeabsichtigten Sozialisationswirkungen und an ihrer Bildungswirksamkeit zu bemessen, stellt nicht nur die Rundfunkpraxis und -aufsicht vor neue Herausforderungen. Neue Aufgaben und Anforde-rungen ergeben sich vor diesem Hintergrund auch für die Forschung, Ausbildung und Förderpolitik. Wie können die bisher vornehmlich auf die Beurteilung dramaturgisch-handwerklich-künstlerischer Qualität ausgerichteten Kriterien erweitert werden, um die Bildungswirk-samkeit bewertbar zu machen und unbeabsichtigte Nebenwirkungen abzuschätzen? Wie können für die Programmpraxis Entscheidungsgrundlagen für die Festlegung von konkreten Bildungszielen und -prioritäten verbessert werden? Welchen Beitrag zur Förderung der MINT-Entertainment-Education-Qualität können Forschung, Ausbildung und Förderpolitik leisten?

Der erste Veranstaltungsblock „Mehrwert für die Gesellschaft – die programmstrategische Dimension“ stellt in unterschiedlichen Ländern entwickelte Strategien, Ansätze und Methoden dar, in der auf Unterhaltsamkeit ausgerichteten Programmpraxis Entertainment-Education-Strategien praktisch umzusetzen und den „public value“ zu unterstreichen.

Wie Vertreter/-innen der Rundfunkaufsicht, Programmverantwortliche von Sendern, Produzenten, Autoren/-innen und der Film- und Fernsehförderung in Deutschland die Chancen und Anforderungen beurteilen, wird nachfolgend diskutiert. Die Frage, welchen Beitrag zur Förderung der MINT-Entertainment-Education-Qualität Wissenschaft, Ausbildung und Förderpolitik leisten können, steht im Zentrum der Abschlussdiskussion.

Hintergrundinformationen

Vortragsmitschnitte der
1. MINTiFF-Konferenz

Vortragsmitschnitte der
2. MINTiFF-Konferenz